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About Hiroko Inoue...
Lebenslauf
Hiroko Inoue wurde in Osaka geboren, wo sie nach dem Abitur Literatur, Anthropologie und Skulptur studierte. Anschließend ging nach Okinawa, wo sie das Handwerk des Färbens und Webens erlernte. Traumatisiert durch das Große Hanshin-Awaji Erdbeben in Kobe hielt das Thema „Leben und Tod" Einzug in ihr Schaffen und führte zu Arbeiten wie ABSENCE und A MEMORY OF SOUL. Ansässig in Japan und in Deutschland beschäftigt Hiroko Inoue die Frage: wie sehen wir uns selbst im Verhältnis zu den anderen, und inwieweit formen soziale und Umweltfaktoren die unsichtbaren Grenzen zischen den Individuen, und wie hängt beides zusammen.
Auf ihrem langen und abwechslungsreichen Berufsweg reichte das Spektrum ihrer künstlerischen Ausdrucksformen von Malerei, Skulptur für Plätze und Landschaften, Fotoskulptur, Fotografie bis zu Video. Im Jahr 2005 ging sie im Auftrag der japanischen Regierung als „special advisor for cultural exchange" für ein Jahr nach Wien. Dort vermittelte sie in Vorträgen und Workshops japanische Kultur und zeigte in mehreren Ausstellungen, darunter im Jugendstiltheater, ihre Arbeiten. Zurzeit liegt der Schwerpunkt ihrer künstlerischen Ausstellungstätigkeit wieder in Japan und hier besonders in Tokio.
Romantischer Zwiespalt und melancholische Zwischenzone
Im fruchtbaren Moment der Begegnung zweier Weltbilder - und als solches lässt sich das Werk
von Hiroko Inoue lesen - kann ein gemeinsames weltübergreifendes Menschenbild erfahren werden. Die Aussichtslosigkeit, die der Romantiker angesichts des vermeintlichen Zwiespalts schmerzlich empfindet, transformiert sie zur Offenheit einer gleichermaßen humanitären wie ästhetischen Zwischenzone. Das Verweilen in dieser Dimension stimmt melancholisch.
(Dr. Hans Günter Golinski, Direktor Museum Bochum)
Hiroko Inoues Anliegen ist das Erkunden von faktischen, aber auch intuitiv wahrnehmbaren
Abgrenzungen. Aus dieser Motivation heraus begab sie sich als Besucherin in psychiatrische
Kliniken in Tokio und in Düsseldorf, um mit ihrer Kamera die zeitlos anmutenden Bilder von
Gebäuden, Einrichtungen und Umgebung dieser Orte einzufangen. Es begann eine Spurensuche, die leise, vorsichtig und respektvoll eine Annäherung an eine Welt voller Unbekanntem jenseits der Grenze zur so genannten Normalität wagt.
(Renate Buschmann, Kuratorin/Düsseldorf)
Hiroko Inoue lenkt mit ihren Arbeiten unseren Blick auf die Welt der inneren Realität, auf Geschichten, vor denen wir gerne die Augen verschließen, und fordert gerade durch das Bild der geschlossenen Augen dazu auf, diese zu öffnen und bewusst hinzusehen. Ihre Aufnahmen des Lichts, das durch Fenster in Räume geschichtsträchtiger Vergangenheit fällt, werden gleichsam zu Sinnbildern des Sehens. Ihre Installation INSIDE - OUT ist eine ungewöhnliche Spurensicherung in fremden Welten - die Methode der Präsentation führt allerdings dazu, dass man gezwungen ist, sich mit den Fragestellungen und der Art der Thematisierung auseinanderzusetzen. Es sind diese eigenwillig leisen Bilder, die eine enorme Ruhe ausstrahlen, zugleich durch eine gewisse Distanziertheit Respekt vor der fremden Welt signalisieren und doch die Fähigkeit besitzen, all die laute Hektik unserer Welt einer fast illusorisch erscheinenden Welt unterzuordnen, und die den Betrachter sogar dazu zwingen, auch nach Antworten zu suchen.
(Ursula Philadelphy, EIKON/Wien)
Kontakt: hiroko-inoue(at)sela5.de